Der Zwergegarten
Meine neue Örtlichkeit für die Kindertagespflege liegt am Rande von Otter mit Blick auf den Todtshorner Berg. Wir haben ein ca. 4600 m² großes Grundstück, auf dem wir Ausflüge zu den 16 Obstbäumen, zu den Beerenbüschen, zum Erdbeerbeet oder zum Labyrinth in den hohen Gräsern machen können. Natürlich bietet uns diese Fläche auch die Möglichkeit, gemeinsam selbst Gemüse anzubauen und schließlich auch zu kosten oder zu verarbeiten.
Der große Flur im Erdgeschoss bietet uns Platz zum Ankommen, Umziehen und Verabschieden. Im 20 m² großen Spielzimmer mit einer Hochebene von über 3 m² finden wir ausreichend Platz zum Spielen, wenn es draußen mal absolut nicht möglich ist. Die Hochebene ist mit einer für Kleinkinder gerechten Treppe zum Hochklettern ausgestattet und einer entsprechenden Rutsche zum wieder Herunterkommen. Unter der Hochebene können wir individuell und flexibel tolle Höhlen gestalten, Kuschelecken einrichten oder für Rollenspiele Kinderküche, Verkaufsladen oder eine Kinderwerkbank aufbauen. Für motorische Herausforderungen können sorgen die Kletterwand und das Kletterdreieck.
Der mit Echtholzparkett ausgelegte Spielraum ist hauptsächlich mit altersgerechtem Spielzeug aus Naturmaterialien wie Bauklötzen, Holzeisenbahn und Motorik-Spielen, aber auch zum Beispiel mit Büchern und Autos ausgestattet. Damit der Anblick des Raumes Ruhe bewahrt und gleichzeitig nicht zu viele Spielsachen präsent sind, tausche ich mein Repertoire an Spielzeug regelmäßig aus. Der hochklappbare Basteltisch bietet uns bei Bedarf genügend Platz für Kreativ-Aktionen.
Die südöstlich liegende helle Küche mit Essbereich stellt zum Frühstück und zum Mittag den zentralen Ort dar. An gut temperierten und angenehmen Tagen werden wir draußen im Garten oder auf der überdachten Terrasse essen .Von der Küche aus gelangen wir in das Wohn- und Schlafzimmer. Ein großes Bett bietet Platz für bis zu vier Kinder zum Ausruhen und zwei Kindermatratzen auf dem Boden schaffen eine Schlafgelegenheit, die es den Kindern ermöglicht, sie selbstständig zu betreten und zu verlassen, ohne Stolper- oder Fallgefahren. Dieser Schlafbereich ist weit genug entfernt, dass ältere Kinder, die keinen Mittagsschlaf mehr machen, weiterhin im Spielzimmer spielen können, ohne die Jüngeren zu stören. So kann jedes Bedürfnis erfüllt werden.
Vom Spielzimmer aus können wir über die bodentiefen Fensterflügel in den Außenbereich gelangen. Gleich zu Beginn führt eine flache Rutsche auf Bodenebene in den etwas tiefer gelegenen Garten, sodass der Spielspaß sofort beginnen kann. Im ca. 300 m ² großen eingezäunten Spielbereich befinden sich Spiel- und Lernmöglichkeiten für verschiedene Altersstufen. Zu Beginn gibt es eine Kletterkugel sowie drei Kletterstangen. Dann folgen drei unterschiedlich hohe Spieltürme, die mit Rutsche bzw. Kletterwand ausgestattet sind. Zwischen den zwei höheren Türmen befindet sich unsere durch Fenster eingerahmte Snackecke. Außerdem gibt es eine riesige Sandkiste, eine Matschküche, einen Tunnel zum Durch krabbeln oder Verstecken, eine ca. 10 Meter lange Balancierbahn (bodennah), ein Tipi und eine kleine Brücke.
Als Spielzeug biete ich neben dem klassischen Sandkastenequipment und Fahrzeugen viele natürliche Materialen, wie z.B. Holzstämme, Äste, Steine, Holzscheiben, Kokosnussschalen, Stroh und Kastanien an. Diese werden dann immer weiter durch die Sammlung bei Ausflügen in Wald, Heide, Sandkuhlen, Wiesen oder auf dem Grundstück ergänzt. Unter der Brücke wachsen Kräuter zum Riechen, Beobachten und Probieren. Aber auch die kleinbleibenden Obstbäume am Rande des Spielbereichs laden dazu ein.
Mein Plan: Ein paar Hühner zu halten, sobald die Stallungen fertig sind. So können wir gemeinsam füttern und nach eigenen Eiern suchen für das Mittagessen.
Bildung und Förderung
Die Ernährung ist eine essentielle Säule für eine gesunde und förderliche Entwicklung von uns Menschen. Besonders jedoch für die kleinen Menschen, die täglich unglaublich viel lernen und wachsen. Daher ist mir Abwechslung bei meiner hauptsächlich pflanzenbasierten Ernährung sehr bedeutsam, um z.B. auch ausreichend wichtige Spurenelemente regelmäßig aufzunehmen. Viel saisonales Gemüse und Obst ist ausgesprochen gesund und vor allem lecker. Ein Gemüseauflauf darf natürlich auch ein Käsetopping nicht missen. Gekocht wird ausschließlich ohne Fertigprodukte und „Süßspeisen“ werden ohne Zucker zubereitet.
Doch wo kommt das Obst und Gemüse her? Auch das finden wir gemeinsam beim Obst- und Beerenfrüchtepflücken oder bei selbstangebautem bzw. gemeinsam gesäten Gemüse heraus. Was ist eigentlich Mehl und wie entsteht das? Die Getreidemühle oder auch die Haferflockenquetsche fängt die Fazination der Kinder immer wieder ein.
Um die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern, binde ich sie in alltägliche Aufgaben mit ein. So kann jeder zum „Familienleben“ etwas beisteuern und sie lernen Verantwortung zu übernehmen. Durch die Selbstverwirklichung wird das wahrgenommene Erfolgserlebnis, etwas beitragen zu dürfen, verstärkt. So gießen wir gemeinsam Blumen, gehen auf dem Markt einkaufen, decken gemeinsam den Tisch oder räumen am Ende des Tages gemeinsam auf, damit wir Platz haben für unseren Abschlusskreis. Bei dieser Partizipation sollen die Kinder mitbestimmen und entscheiden, wer welche Aufgabe heute übernehmen möchte, aber keiner muss.
Das Freispiel ist für jeden Tag eingeplant. So kann jedes Kind seine Fantasie entfalten und eigene Fähigkeiten aus eigenem Antrieb heraus ausprobieren oder Erlerntes anwendet. Die dabei entstehende Motivation unterstützt bei der Freude am Lernen und vereinfacht dieses zugleich. Mit hoher Achtsamkeit in dieser Zeit, werde ich bei Schlüsselmomenten der Kinder da sein und sie in den erlebten Situationen bestärken können. Dies kann zum Beispiel eine Situation sein, wo ein Kind, einem anderen etwas nachmacht und es geschafft hat den eckigen Klotz in das eckige Loch zu stecken. Wenn das Kind nach Blickkontakt und Bestätigung sucht, gebe ich diese durch ausgedrückte Freude zur Bestärkung zurück.
Hier noch einige Impressionen